Neues vom „Samariterhaus“ in Bulgarien


Liebes Team des Hilfswerks SamariterDienst,

Gerne informieren wir Euch über den aktuellen Stand unseres Dienstes mit Waisen und Sozialkindern in Bulgarien. Gott hat Euch gebraucht, großartige Veränderungen im Leben bulgarischer Straßenkinder zu bewirken. Die guten Resultate unserer Arbeit hätten wir nie erreicht, wenn Ihr uns nicht unterstützt hättet.

Zuerst erhielten wir finanzielle Unterstützung vom Hilfswerk Samariter-Dienst, die wir dazu verwendeten, Essenscoupons für Straßenkinder zu kaufen. Jedes Kind konnte damit einmal täglich in einem Bäckerladen mit dem erhaltenen Coupon einen Laib Brot und ein Frühstücksbrötchen kaufen. Natürlich haben wir den Kindern nicht nur dieses Brot ausgeteilt. Wir geben ihnen auch das wahre „Brot des Lebens “ Jesus Christus. Es war sehr motivierend für uns, dass uns der Koordinator des SamariterDienst besuchte und uns ermutigte, dem Leben dieser Kinder auf einer Langzeitbasis eine wirklich positive Wendung zu geben.
Es ist erstaunlich und begeisternd, dass die dadurch entstandenen Resultate unsere kühnsten Erwartungen sogar noch übertroffen haben.

Schritt für Schritt schenkten die Kinder uns ihr Vertrauen. Uns selber wuchsen sie mehr und mehr ans Herz. Als ein erstes Resultat unserer täglichen Begegnungen, bekam eine Gruppe der Kinder das Verlangen, ihren Lebensstil zu verändern. Sie suchten jede Gelegenheit, mit uns zusammen zu sein. Sie brachten ihren Wunsch nach Hilfe und Befreiung aus ihrer miserablen Situation immer deutlicher zum Ausdruck. Mit der erwachenden Hoffnung auf Verbesserung ihrer Lage, drückten die Kinder auch den Wunsch aus, Lesen und Schreiben zu lernen.

Diese und andere Faktoren halfen uns bei der Entscheidung, ein Tageszentrum für die Arbeit mit Straßenkindern einzurichten. Wir mieteten dafür zuerst zwei Räume. Die waren jedoch schnell mit Kindern überfüllt. Durch die damit begonnene intensivere Arbeit mit den Kindern, begannen wir die große Herausforderung dieser Aufgabe zu verstehen. Diese Kinder kannten die üblichen sozialen und zwischenmenschlichen Umgangsformen und Beziehungen nicht. Sie kamen zu uns mit vielen geistlichen und psychischen Problemen. Wir verstanden, dass es unsere Verantwortung war, auf die Wunden und Schäden dieser Kinder einzugehen, damit Heilung und Erneuerung stattfinden konnte.

Jeder Tag brachte weitere Herausforderungen. Längst nicht alle Kinder waren zu einer echten Veränderung ihres Lebensstils bereit. Dennoch bewirkte der Erfolg bei der überwiegenden Mehrheit, dass immer mehr Kinder den Weg ins Tagesbetreuungszentrum fanden. Die Kids hatten großes Interesse am Lernen solcher neuen Dinge, die ihr Leben verbessern würden. Weil die beiden gemieteten Räume schon längst zu klein waren, fragten wir den Bürgermeister und Stadtrat um Hilfe. Nach längerem Dranbleiben wurde unsere Anfrage bewilligt. Wir konnten in ein städtisches Gebäude umziehen, welches uns für einen geringen Mietbetrag zur Verfügung gestellt wurde. Jetzt hatten wir den benötigten Platz, um mit all den Kindern zu arbeiten, die mittlerweile bei uns aufgetaucht waren. Das lokale Sozialamt und die Stadtbehörden beobachteten unsere Arbeit genau und als sie unsere Hingabe in unserem Dienst mit den Kindern sahen, entwickelte sich eine wachsende, engere Zusammenarbeit mit ihnen und auch mit den örtlichen Polizeibehörden.

Ein weiteres Wunder bahnte sich an, indem wir von der Welt-Kinderstiftung der Gemeinde Gottes in den USA für die umfassende Renovierung und den Umzug in dieses neue Gebäude Unterstützung erhielten. Durch die intensive Arbeit mit den Kindern nun im neuen Zentrum, konnten wir riesige Fortschritte in ihrem Sozialverhalten beobachten. Die Veränderung in ihrem Leben wurde so richtig sichtbar. Viele hatten sich entschlossen, täglich und eifrig am Lernen und am Entdecken von Neuem dranzubleiben.

Die Fortschritte eines der Kinder haben uns ganz besonders belohnt. Ihre Geschichte werden wir nie vergessen. Reini heute 13 Jahre alt, kam als ein Kind mit vielen schwerwiegenden psychologischen und sozialen Problemen zu uns. Sie hatte bereits mehr als fünf Jahre ihres jungen Lebens auf der Straße verbracht und alles mögliche Schreckliche durchlebt;ausgesetzt, missbraucht, ausgeraubt und manches Unvorstellbare mehr. Reini hatte nie die Bedeutung der Worte Liebe und Fürsorge erfahren. Ihre Mutter lehnte sie ab und hat sie einfach von zuhause weggejagt als sie gerade sechs Jahre alt wurde. Seitdem hatte Reini auf den Straßen Stara Zagoras gelebt, das war ihr Zuhause.

Heute ist die Veränderung in Reini's Leben mehr als offensichtlich. Sie ist ein sehr geschicktes und kluges Kind. Mit ihren 13 Jahren ist sie zu einem hübschen, liebenswerten Teenager herangewachsen. Manchmal kommt sie ganz unverhofft auf uns zu, umarmt uns und sagt:„Ihr seid meine echten Eltern. Gott sei Dank, dass ich Euch gefunden habe. “ Ja, Reini glaubt jetzt von Herzen an Gott und kommt sehr gerne mit in die Gemeinde. Sie ist immer wissbegierig, mehr von Christus und seiner Liebe zu den Menschen zu erfahren. Reini hatte einen langen Weg zu gehen und sie hat schon sehr viel gelernt. Als wir damals mit ihr anfingen zu lernen, konnte sie nicht einmal das bulgarische Alphabet. Heute hat sie nicht nur die Grundlagen des Lesens und Schreibens gelernt, inzwischen ist sie ganz in das öffentliche Schulleben integriert und macht sich wirklich gut darin.

Wir sind begeistert, dass wir durch die Welt-Kinderstiftung der internationalen Gemeinde Gottes Unterstützungen zum Kauf und zur Fertigstellung eines „Samariterhauses “ erhielten. . Das ist ein Heim, in dem heimatlose Straßenkinder ganztägig Zuflucht finden werden. Ungeduldig warten sie auf die Fertigstellung und Eröffnung dieses Samariterhauses. Es soll etwa zwanzig Kindern Heimat bieten. Jedes dieser Kinder soll dort langfristig umfassende Fürsorge, Liebe und Zuwendung erfahren. Parallel dazu werden wir weiterhin etwa fünfundzwanzig Kinder in unserem Tageszentrum betreuen. Auch in der Stadt Sliven sind wir in Vorbereitung eines Tagesbetreuungszentrums. Das wird hauptsächlich Kindern der Zigeuner dienen, die in einem Viertel dieser Stadt leben. Wir haben dort bereits begonnen, Nahrung und humanitäre Hilfsgüter zu verteilen. Das ist nur möglich, durch die Kooperation und die Unterstützung von Menschen, die sich von Gott ein offenes Herz dafür schenken ließen.

Christus selbst hat uns ermutigt, diese Kinder zu lieben, denn ihrer ist das Himmelreich. Wir dürfen die vielen Wunder im Leben dieser Straßenkinder, mit denen Gott uns zusammengeführt hat, miterleben.

In dieser fruchtbaren Arbeit sind wir so dankbar für die Partnerschaft mit dem Hilfswerk SamariterDienst. Gott segne Euch! Wir hoffen wirklich, dass wir auch in der Zukunft mit Eurer geistlichen, finanziellen und motivierenden Unterstützung rechnen dürfen. Ohne das kann eine sinnvolle Zukunft der Straßenkinder nicht sicher gewährleistet werden. Die Waisen und Sozialkinder in Bulgarien brauchen Euer liebevolles Geben, Eure helfende Hand. Wir lieben Euch und schätzen Eure Partnerschaft in diesem Dienst zur Rehabilitation der gestrandeten Kinder und zur Ehre Gottes in unserem Land Bulgarien.

Bis jetzt ist erst die Hälfte unseres Budgets für dieses Jahr hereingekommen. Wir glauben jedoch fest, dass Gott uns, wie in der Vergangenheit, wieder helfen wird.

Mit herzlichen Grüßen,

Diana Dimova
Leiterin der Samariter-Stiftung der Gemeinde Gottes in Bulgarien


 

 

 

 


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