Kosovo, ein kleines Land im früheren Jugoslawien, ist bedeutsam – auch hinsichtlich materieller Hilfe – in mehrfacher Hinsicht. Warum?
Die meiste Zeit in seiner über 2000-jährigen Geschichte, litt dieses Land unter Besatzung, Unterdrückung und Unterjochung durch Römer, Osmanen, Italiener, Österreicher, Deutsche und Serben. Jetzt soll das Land sich mit Hilfe der UNO und der NATO-Truppen durch demokratische Strukturen auch ökonomisch erholen und wieder aufgebaut werden. Die Wirtschaft ist durch den vorausgegangenen Krieg total zerrüttet, die Arbeitslosigkeit extrem hoch. Die Menschen brauchen immer noch unsere Hilfe und Unterstützung.
Nachdem dieses Land vor 500 Jahren durch die
Türken zwangsislamisiert wurde und der Islam neuerdings durch die Terrorszene so
viel von sich reden macht, ist es eine besondere Herausforderung aber auch eine
Chance für uns, in diesem islamischen Land Nächstenliebe durch Hilfeleistungen
zu praktizieren und erfahrbar werden zu lassen.
Wohl kein Land des gesamten Balkans hat in der Ära nach Tito durch die Serben und vor allem 1999 während des Krieges mit den Serben so zu leiden gehabt und an dessen Folgen noch zu leiden wie Kosovo: Vor allem in den ländlichen Gebieten wurden 80-90% der Häuser abgebrannt und durch die Kriegswirren fast alle Fabriken zerstört.
Während des Krieges wurden wehrfähige Männer systematisch von den Familien getrennt und anschließend getötet bzw. gelten seither als verschwunden. Jetzt wächst eine vaterlose Generation heran mit allen Gefahren für die Gesellschaft. Durch die Grausamkeiten des Krieges und den Massakern hat sich ein solches Potenzial an Hass gegen die Serben aufgebaut, dass ein Funke genügt, um das Feuer der Gewalt neu ausbrechen zu lassen – wie wir es vor wenigen Wochen wieder erlebt haben.
Den Nächsten lieben
Als Deutsche wollen wir jetzt Boten des Friedens sein, aus der Geschichte lernen und für unsere Nachbarvölker ein Segen sein. Am besten gelingt dies, wenn wir uns an der Bibel orientieren und unseren Nächsten lieben, wie uns selbst. Denn auch hier gilt wieder: Gott will diesem Hass seine Liebe entgegensetzen. Wenn die Menschen über diesen Weg und die Botschaft des Evangeliums Frieden mit Gott finden, werden sie als Folge davon auch eher fähig sein, Frieden mit Menschen zu schließen.
So kann es zu einer Charakterveränderung der Menschen kommen, zu einer wirtschaftlichen Erholung durch weniger Kriminalität und schließlich zu einer politischen Lösung in diesem so geschundenen Land.
Gott schaut auf das Tun der Menschen. Wir wollen unsere Chance zum Helfen nutzen, unabhängig davon, was daraus wird.
Durch die angebotene materielle Hilfe wird nicht nur der nackten Not begegnet. Darüberhinaus öffnen sich auch die Menschenherzen für die Botschaft der Versöhnung.
Im Folgenden zeigen wir einige Beispiele, wie durch die Hilfstransporte des HSD Licht ins Dunkel der oft verzweifelten Menschen gebracht werden konnte. Ende Februar wurde mir von einer Fernsehsendung berichtet, die mein Team und mich aufgeschreckt haben. Darin hieß es, ein Kind in Skenderaj sei an Hunger und Kälte gestorben.
Bisher waren wir in dieser Gegend noch nicht aktiv. Als Team beschlossen wir deshalb, diese trauernde Familie zu suchen und ihr Hilfsgüter zu bringen. Etwa 4-5 Tage nach dem Tod des Kindes machten wir uns auf den Weg nach Skenderaj, einem Zentrum des Islams im Kosovo. Auf Frage nach der Familie wurde uns gesagt, dass angeblich jemand diese Familie mit in sein Haus genommen hatte, um sie zu versorgen. Wir gaben unsere Suche nicht auf und fanden die Familie in einem Dorf hinter Skenderaj. Wir erkannten bald, dass die Familie bislang keinerlei Hilfe bekommen hatte und was wir vorfanden, ging uns durchs Herz! Abseits von anderen Häusern – am Ende einer Wiese – stand ein würfelförmiger Bretterverschlag, vergleichbar mit einer übergroßen Hundehütte. In der nur wenige Quadratmeter großen “Einzimmerwohnung“ hausten die Eltern mit ihrem zweiten Baby und den Schwiegereltern.
Aus einem nahe gelegenen Brunnen war ich versucht, Wasser zu schöpfen. Ich ließ einen Eimer an einem Seil in den 18m tiefen Brunnen hinunter. Gefüllt mit Wasser zog ich den Eimer wieder herauf, doch was musste ich feststellen? Meine Augen blickten in gelblich gefärbtes, schmutziges Wasser! Dieses “Wasser“ verwendete die Familie als Trinkwasser!
Wir waren erschüttert, unter welch unwürdigen Lebensbedingungen diese Familie leben musste. Im wöchentlichen Abstand verteilten wir nun Lebensmittel, Kleider und Wolldecken.
Dr. Hans Baur
Koordinator Kosovo

Dieser abgebildete Junge hat unser Herz bewegt. Sein Vater ist im Krieg umgekommen, und seine Mutter hat bereits zwei seiner Geschwister in ein Waisenhaus weggegeben. Von dort aus sollen die Geschwister nach Italien gebracht werden, womit sie den Kontakt zur Familie und Heimat ganz verlieren.
Weiterer Bericht über das Kosovo:
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Das Hilfswerk SamariterDienst
hilft notleidenden Menschen
und dient zur Ausbreitung des Evangeliums
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Hilfswerk SamariterDienst e.V.
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