Senioren-Alptraum

Rentner in der Ukraine kämpfen täglich um das Überleben

 

Vor einigen Tagen erreichte uns die erschreckende Nachricht unseres Mitarbeiters Ebi Dudszus aus Slavjansk in der Ostukraine:

 

Die Bevölkerung der Ukraine beträgt ungefähr 49 Millionen Menschen. Die Senioren machen ein Fünftel der Gesamtbevölkerung aus. Ihre mittlere Lebenserwartung beträgt ca. 70 Jahre, was auf den ersten Blick überhaupt nicht schlecht zu sein scheint. Allerdings beläuft sich eine mittlere Monatsrente auf 142,9 Griven, was ungefähr 23 Euro entspricht. Von allen Rentnern bekommen nur 1,4% eine Rente, die das Existenzminimum von 59,17 Euro übersteigt. Der größte Teil der Rentner (62,2%) bekommt eine Rente, die 50-75% der Sozialnorm ausmacht. Fast jeder Dritte bekommt eine Rente, die kleiner ist als die Hälfte des Existenzminimums.

 

Welche Auswirkungen bringt das für die Senioren in der Ukraine? Rentner, die von ihren Familien nicht mitversorgt werden können, befinden sich oft in einer schrecklich trostlosen Lage. Der Winter ist die schlimmste und härteste Zeit für die Rentner. Weil kein Geld für Strom- oder Heizungskosten vorhanden ist, wird diese Jahreszeit im kontinentalen Klima Osteuropas für die meisten zum Alptraum. Vielen wird einfach der Gas-Hahn zugedreht. Viele Rentner erfrieren oder nehmen sich aus Verzweiflung das Leben. Für viele ist ein Stück Brot auf dem Tisch ein Grund zu jubeln, denn oftmals müssen sie mit großem Hunger am Abend in die kalten, provisorischen Betten steigen. Vielen bleibt deswegen keine andere Möglichkeit als zu betteln und in den Abfallkübeln nach etwas Essbarem zu suchen. Dadurch werden viele noch kränker, und medizinische Versorgung ist in vielen Gebieten ein Fremdwort. Das bedeutet im Klartext, dass viele sich nach dem Tod sehnen, um diesen schrecklichen Leiden durch Hunger, Kälte und Schmerzen zu entfliehen.

 

Die Christen in der Ukraine haben diese Not erkannt und versuchen, viele dieser Rentner zu versorgen. Dankbriefe erreichen das Internationale Hilfswerk SamariterDienst regelmäßig. Eine Rentnerin dankte unentwegt Gott für eine gebrauchte Bettdecke, die sie aus Deutschland mit den Hilfslieferungen bekam. Es gibt genügend motivierte ehrenamtliche Mitarbeiter vor Ort, und auch Räumlichkeiten sind in der Ukraine sehr günstig zu erwerben. Leider sind die finanziellen Mittel sehr begrenzt. Für 20,- Euro im Monat kann man einem Rentner täglich eine warme Mahlzeit ermöglichen. Vielen scheint diese Arbeit wie ein Tropfen auf den heißen Stein, aber wie eine weise Person sagte: Auch viele Tropfen bringen einen Stein zum Erkalten.


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