Flagge der Ukraine
Projekt
Heimat für heimatlose Kinder

Adolf Zinsser mit Waisenkind WaldemarIn der letzten Ausgabe unseres Magazins habe ich über dieses Projekt berichtet. In der Zwischenzeit hat sich diese Arbeit auf weitere Städte in der Ukraine ausgebreitet. Ich möchte Euch kurz von meinem letzten persönlichen Besuch bei einer Waisenpatenfamilie erzählen.

 

 

Adolf Zinsser mit Waisenkind Waldemar
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Pastor Waldemar Wosnjuk aus der Stadt Nova Kachovka führte mich unangemeldet in die Wohnung einer Familie, die eines unserer Waisen vor 6 Wochen aufgenommen hat. Wir trafen den 3-jährigen Waldemar in einer liebevollen Atmosphäre an. Offensichtlich fühlte er sich in den Armen seiner Mama wohl. „Würdest Du den Kleinen wieder hergeben?” fragte ich die Mama. „Niemals!” war die spontane Antwort. Selbst die 16-jährige Tochter wollte nicht mehr auf ihren neuen Bruder verzichten. Es war für mich eine große Freude mitzuerleben, was durch Eure Hilfe der Liebe und Barmherzigkeit in dieser Familie getan werden konnte.

Einen anderen Bericht erhielt ich aus Slawjansk (Ukraine):

Sveta in ihrer neuen FamilieFrau Lesniak informiert: Mit einer Genehmigung, ein Waisenkind für 4 Wochen während der Ferien aufnehmen zu dürfen, fuhren wir 170 km. Hier trafen wir Sveta, die vorher bei ihrer Mutter, einer Alkoholikerin, lebte. Als diese starb, gab es kein Zuhause mehr für sie. Sveta kam in ein Waisenhaus.
Nie werde ich die traurigen Gesichter der anderen Waisenkinder vergessen, als wir mit Sveta abreisten. O Gott, welch ein Schmerz! Diese Kinder wollten auch nach Hause! Doch wann werden sie von jemanden abgeholt? Wo gibt es für sie Vater und Mutter?
Svetas Augen strahlten, als wir im Auto saßen. Sie hatte für ein paar Wochen ein Zuhause! Wir besuchten gemeinsam die Gottesdienste, und Sveta lernte Gott kennen. Wie freuten wir uns darüber und dankten Gott dafür! Sveta verlebte mit unseren drei eigenen Kindern eine glückliche Zeit.

Doch alles Schöne hat ein Ende, und die Zeit für Sveta bei uns war abgelaufen. Das hieß: zurück ins Waisenhaus! Der Zustand dort ist schrecklich. Die Kinder haben nicht genügend zu essen und es fehlt überall, selbst an Zahnpasta, doch vor allem an Geld. Wie muß es in diesen kleinen Kinderseelen aussehen?
Unter Tränen trennten wir uns von Sveta. Doch es gab für sie die Vorfreude auf die nächsten Ferien. Inzwischen waren wir gute Freunde geworden.

Sveta in ihrer neuen Familie
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Einige Tage, bevor Sveta zum zweiten Mal ins Waisenhaus zurück sollte, sagte mein Mann während einer Autofahrt zu mir: „Warum müssen wir Sveta eigentlich wieder zurückbringen ins Waisenhaus? Gott hat uns bisher unser täglich Brot gegeben, und ER wird helfen, daß es auch für Sveta reicht!” Ich weinte, denn das waren auch meine Gedanken. Wir hielten sogleich an und beteten: „Danke Gott, daß wir ein Teil Deiner Liebe werden durften. Hilf uns, daß wir Sveta wie unsere eignen Kinder lieben! Sie braucht unsere Liebe!” Als wir nach Hause kamen, fragten wir Sveta, ob sie für immer bei uns bleiben will. Überglücklich rief sie: „Mama, Papa, danke, danke!” Sie weinte und umarmte uns, und wir spürten, daß es ihr glücklichster Tag in ihrem Leben war, und sie nun auch ein Zuhause hatte, nämlich Vater und Mutter!

Lohnt es sich nicht, hier zu investieren? Wir können nicht ermessen, welche segensreichen Folgen die Aufnahme solcher Kinder in christlichen Familien hat. Auch die Städte, Dörfer und Gemeinden werden durch diese Hilfsaktion gesegnet sein.
Adolf Zinsser
Adolf Zinsser

 

 


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