Kinderglück, wie sieht es aus?
Bericht vom Waisenheim in Mariupol

Was braucht ein Kind um glücklich zu sein? Spielsachen, Süßigkeiten, schöne bunte Kleider? All das ist nicht das Wichtigste, obwohl die traurigen Augen von einem Straßenkind das alles voll Neid betrachten.
Sie brauchen gar nicht viel. Ein warmes, herzliches Wort von der Mutter, ein Lächeln und eine warme Umarmung vom Vater, ein Stück Brot jeden Tag.

Täglich müssen Kinder in verdreckten und zerrissenen Kleidern zu dem Ort kommen, den man nicht als Heim benennen darf, denn niemand erwartet sie dort. Eine betrunkene Mutter, die mit der Liebe geizt aber nicht mit Schlägen spart. Der Vater ist außer sich, weil das Geld für die nächste Dose Alkohol wieder mal fehlt. Er ist bereit, alles zu verkaufen, was ihm unter die Hände fällt. Und das alles nicht um die Kinder zu ernähren, sondern sich zu besaufen. Und das Kind, voll Angst wie ein Tier in der Ecke, ist nur eine unerträgliche Last.

Was träumen diese Kinder? Sind die Träume schwarzweiß oder sind sie unrealistisch bunt, wo die Welt gar nicht so ist wie im wahren Leben?

Wir möchten, dass man auf die dreckigen, zerrissenen und manchmal frechen Kinder mal ganz anders schaut. So denkt Direktor Gennadij Mochnjenko vom Rehazentrum „Republik Piligrym", in dem zur Zeit ca. 100 Kinder leben.

Sie sind nicht schuld, dass sie seit ihrer Geburt ums Überleben kämpfen müssen, dass sie kämpfen müssen für einen Platz unter der Sonne. Sie wissen nicht was es bedeutet gütig, dankbar und akkurat zu sein. Ihnen wurde all das nicht gelehrt. Dort, wo sie sich aufhalten, herrschen raue, gnadenlose Gesetze.

Gnadenlosigkeit erwartet jedes Straßenkind. Sie ist noch schlimmer als der ungebremste Zorn von den Eltern, die morgens aus ihrem Rausch erwachen. In diesem Moment haben die Kinder eine riesige Angst vor ihnen. Sie wollen sich schützen, aber sie können es nicht. In der Seele wächst Bitterkeit, die dann in Zorn und Hass übergeht. Sie haben Hass auf ihre Eltern für die Gnadenlosigkeit; Hass auf die anderen Eltern, weil sie lieb zu ihren Kindern sind; Hass auf die Kinder, die in guten Familien aufwachsen und alles haben, was den Straßenkindern fehlt. Die Straßenkinder werden gefährlich. Verletzt von den eigenen Eltern versuchen sie andere Menschen zu verletzen, damit sie auch so leiden wie sie selbst.

Unsere Mitarbeiter vom Rehazentrum haben viel Erfahrung und Weisheit im Umgang mit den Kindern. Sie versuchen den Kindern das glückliche Kinderleben zurückzugeben. Die Kinder werden mit viel Liebe und Fürsorge umgeben. Die Erfolge sind bemerkenswert.
Vielen Dank für alle eure Unterstützung.

Gennadij Mochnjenko
Mariupol/Ukraine

 

Die Freiheit gefunden
Info über die Reha-Arbeit mit Drogenabhängigen, Alkoholikern, Prostituierten und Obdachlosen in Slavjansk/Ukraine

Das Alkohol- und Drogenproblem wächst in der Ukraine ständig. Damit verbunden sind Prostitution, Verbrechen, Krankheiten, Gewalt und Tod.
Unser Reha-Zentrum wurde im Jahr 2001 ins Leben gerufen. Die Stadt, in der wir wohnen, Slavjansk (Ostukraine), hat ungefähr 140.000 Einwohner und gilt als einer der einschlägigsten Drogenumschlagsplätze. Die Statistik sagt, dass ungefähr 90% aller Jugendlichen in Slavjansk in irgendeiner Form schon abhängig sind, angefangen mit Zigaretten über Alkohol, bis hin zu harten Drogen wie Heroin. Von den Jugendlichen, die sich Heroin spritzen, sind 90% Aids infiziert.

Slavi Kerimov, ein ehemaliger Drogenabhängiger, der heute eine eigene Familie mit Frau und zwei kleinen Kindern hat, ist verantwortlich für diese Arbeit. Er war 12 Jahre lang drogenabhängig und wurde von seiner Abhängigkeit frei, nachdem er 1997 sein Leben Jesus übergab.

Mittlerweile arbeitet auch die Miliz mit uns zusammen. Manchmal bringen sie uns Leute vorbei, die auf der Straße aufgelesen wurden, entweder betrunken oder vollgepumpt mit Drogen. Auch die Stadtverwaltung anerkennt, dass wir als Gemeinde einen wichtigen Beitrag für die Gesellschaft leisten.

Im Durchschnitt leben im Zentrum zwischen 14 und 18 Personen, junge Männer und Frauen. Es sind Drogenabhängige, Alkoholiker, Prostituierte, die endlich vom alten Leben, das sie zerstört, loskommen wollen. Wir brauchen dringend ein größeres Haus für die Reha-Arbeit, in dem es auch eine bessere Küche, ein ordentliches Bad und eine gute Toilette gibt, aber es fehlt uns noch am nötigen „Kleingeld".

Warum Kleingeld? Weil Euro 6.000 bis 7.000 für ein Haus nach deutschen Maßstäben absolut wenig ist.

Der Prozentsatz derer, die nach der Rehabilitation nicht mehr ins alte Leben zurückkehren, ist in unserem Reha-Zentrum recht gut. Von ihnen können wir wirklich sagen, dass sie nicht wieder zurückgefallen sind. Die staatlichen Einrichtungen haben oft eine Rate von weniger als 10 %, was daran liegt, dass die Rehabilitanden nach ihrer Reha-Zeit weggeschickt werden, ohne dass man sich weiter um sie kümmert. Wir als Gemeinde versuchen, ihnen Arbeit und eine Wohnung zu verschaffen, damit sie in der Gesellschaft erst einmal wieder richtig Fuß fassen können. Das fordert natürlich viel Einsatz und auch Finanzen. Immer wieder kommen junge und auch ältere Menschen in unser Zentrum, um frei zu werden von ihrer Abhängigkeit.

Eberhard Dudszus
Missionar in der Ukraine

rechts: Küchenausrüstung für 18 Personen

Wir benötigen dringend für die effektive Weiterführung der Reha-Arbeit:

 

 


Das Hilfswerk SamariterDienst hilft notleidenden Menschen

und dient zur Ausbreitung des Evangeliums

Hilfswerk SamariterDienst e.V.

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